der bettine fries

Frank Dam / Katrin Funcke / Stephanie Guse / Kristina Heldmann / Ute Helmbold / Soenke Hollstein / Stefan Michaelsen

Bettine-von-Arnim-Fries, Mischtechnik, 2037 x 21 cm, 2008

Der Fries entstand im April 2008 während eines einwöchigenIllustratoren-Workshops im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf, zu dem Anne Frechen, die Leiterin des Künstlerhauses, Illustratorinnen und Illustratoren aus Berlin, Braunschweig, Essen, Rotterdam und Wien eingeladen hatte. Die Teilnehmer ließen sich ganz von der Aura des Ortes inspirieren. Die Voraussetzungen ihrer Arbeit und den Entstehungsprozess der Bilder beschreiben sie folgendermaßen:
„Gleich jenseits der Rasenfläche, nur 100 Meter vom Arbeitsraum entfernt, liegt Bettine von Arnims Grabstätte im Schatten der kleinen Kirche. Wenn auch Haus und Park durch ihren Enkel, den Landschaftsmaler Achim von Arnim-Bärwalde, Ende des 19. Jahrhunderts umgestaltet wurden, fühlt sich der Besucher in Wiepersdorf ihrem Geist doch sehr nahe. Ein gemeinsamer Besuch im Schlossmuseum, Spaziergänge im Park, die zusammen eingenommenen Mahlzeiten auf der Schlossterrasse vertiefen diesen Eindruck.
Schnell entsteht der Plan, als Gruppe eine Arbeit zu gestalten. Dass dies gelingen kann, trotz unterschiedlicher Handschriften und Auffassungen, liegt an der langjährigen Vertrautheit der meisten Illustratoren miteinander. Man kennt einander teilweise seit 15 Jahren, weiß um die Vorlieben, Eigenarten, Lieblingstechniken und Schrullen.
Und kann diese gezielt einsetzen. Bilder werden zusammen gezeichnet, Versatzstücke verschiedener Urheber werden collagiert, einzelne Fragmente speziell in Auftrag gegeben. Wer ein Pferd „kann“, malt eben das Pferd. Wer es nicht „kann“, tut es trotzdem. Kreativer Input kommt auch von dem Illustrator Frank Flöthmann,

dem Maler und Bildhauer Ralf Edelmann und dem Fotografen Martin Bennett, die ihrerseits zeitgleich in Wiepersdorf arbeiten und den Ort auf ihre Weise interpretieren.
Im Grunde bildet die Gruppe einen der Salon-Freundeskreise, wie Wilhelm Hensel ihn in seinem Skizzenbuch hätte zeichnen können – nur eben 200 Jahre später, jetzt unter Halogen-Deckenflutern.
Die Arbeit beginnt mit einem Blumenstrauß. Die Blaue Blume darin ist schnell gefunden – Goethe, Clemens, die Grimms werden assoziativ abgearbeitet. Alle gestalten auf demselben Format – einem auseinandergenommenen Skizzenbuch – und Bettine, darauf haben sich alle schnell geeinigt, erscheint immer in Gelb. Ein Stückwerk, schlaglichtartig Bettines Leben beleuchtend, entsteht – streifenweise am Boden ausgebreitet.
An dieser Stelle setzen intensive inhaltliche Diskussionen ein – den Lebenslauf biographisch bearbeiten? Oder besser doch nur hervorstechende Episoden aneinanderreihen? Für ein tiefergehendes Quellenstudium findet sich – trotz einer hervorragenden Bibliothek im Künstlerhaus – in der einen Woche wenig Zeit. Am Ende entsteht ein Zwischending: durch Zwischenblätter getrennte Episoden, die aber dennoch die wichtigen Aspekte in Bettines Leben chronologisch beleuchten. Das Bettine-Leporello zieht sich nun über fast 20 Meter hin, von den prägenden Kinderjahren bei der Großmutter Sophie von La Roche, über Goethe, Freunde wie den Bruder Clemens Brentano und die Günderrode, die Ehe mit Achim von Arnim, die literarische Karriere und das soziale Engagement – bis zum Schlusspunkt, der Frottage von Bettinens Grabplatte. Auf dem letzten Bild dann der Schwan im Schlossteich im Frühjahr 2008 – der Sprung in die Gegenwart.
Kurze Zitate ergänzen die Bilder und machen neugierig – setzen auch manchmal das Bild in einen Kontext, der ohne weiterführendes Lesen gar nicht zu verstehen ist. Aber darum ging es ja – neue Bilder zu finden. Der Fries verführt dazu, sich mit dem Leben dieser außergewöhnlichen Frau näher zu befassen.

impressum

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Inhaltlich verantwortlich sind die Urheber:

Frank Dam, Rotterdam / www.frankdam.nl
Katrin Funcke, Berlin / www.katrinfuncke.de
Stephanie Guse, Wien / www.galerie-stock.net
Kristina Heldmann, Berlin / www.kristinaheldmann.de
Ute Helmbold, Essen / www.derbildindex.de
Soenke Hollstein, Berlin / www.soenkehollstein.de
Stefan Michaelsen, Essen

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